Donnerstag, 12. November 2009

das Leben ist seltsam

Das Leben ist seltsam. Vorgestern war ich mit meiner Frau bei einer Tanke, um eine Flasche Wein zu kaufen. Der Verkäufer wollte gerne meinen Perso sehen, um zu überprüfen, ob ich schon achtzehn bin. Anfang Dezember werde ich 39.

Gestern war eine Fotografin für die Brigitte bei uns zu Hause. Meine Frau veröffentlicht einen großen Artikel. Wir stapften durchs Gelände, die Fotografin machte Aufnahmen von Stini und den Jungs. Dann muste Stini schnell wieder in die Schule, unterrichten. Was hätte sie den Schülern sagen sollen, wenn sie zu spät gekommen wäre. "Entschuldigt, ich hatte gerade noch ein Foto-Shooting für die Brigitte!"?

Letzte Nacht träumte ich, ich sei zusammen mit meiner Schwiegermutter einkaufen in einem mormonischen Supermarkt. Alle Artikel waren durch identisch aussehende andere Arikel ersetzt, weil die Originale laut der Ladenbesitzer zu anrüchig waren. Meine Schwiegermutter nahm an einem Wettbewerb im Discounter teil, sie sollte Holz spalten. Als sie den Holzklotz einfach nicht traf, probierte sie es anders und hieb statt vertikal horizontal auf das Holz ein. Der Klotz schoss durch die Gegend und tötete fast einen Mormonen.

Freud. Übernehmen sie.

Mittwoch, 11. November 2009

TimTom - was???

Bin auf eine interessante Seite gestoßen, aus der ich allerdings nicht ganz schlau werde: www.timtom-guerilla.de. Scheinbar eine Band, die bisher aber nur die Texte, nicht die Musik auf ihrer Seite veröffentlicht hat. Das ist ja noch okay, schließlich scheint es die Seite noch nicht sehr lange zu geben.

Seltsam sind die Lebensläufe der Musiker. Klingt eher nach einem April-Scherz, wenn es nicht schon November wäre. Aber auch, wenn man Schwierigkeiten hat, zu glauben, was da behauptet wird - lustig zu lesen ist es allemal.

Einen wie auch immer gearteten frommen Hintergrund scheint TimTom Guerilla auch zu haben. Aber ob das nur Verarschung ist oder nicht, ist ebenfalls schwer zu sagen. Fragen über Fragen.

Weiß irgend jemand was Genaueres? Habt ihr die Band schon mal gehört, gesehen, wahrgenommen?

Mittwoch, 30. September 2009

Eine Rede, die ich nicht halten brauchte

karacho tv hat den zweiten Platz errungen bei dem bundesweiten Wettbewerb Fantasie des Glaubens, den die AMD ausgeschrieben hatte, zusammen mit der Akademie der Pax Bruderhilfe Familienfürsorge (karacho tvs Pressemitteilung ist hier). Den ersten Platz bekam der cvjm e/motion. Herzlichen Glückwunsch!

Da ich nicht wusste, was bei so einer Preisverleihung passiert, welchen Platz wir bekommen würden und was von mir erwartet würde, wenn wir den ersten Platz bekommen sollten, habe ich eine kleine Rede geschrieben, für den Fall, dass von mir eine Rede erwartet werden sollte (Konjunktiv, Konjunktiv, Konjunktiv ...)und sie in meine Hosentasche gesteckt. Ich brauchte sie nicht halten. Aber damit ich sie nicht ganz umsonst geschrieben habe, veröffentliche ich sie jetzt hier:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Jury

Vielen Dank für diese sehr wohltuende Anerkennung! Eigentlich ist karacho tv ein recht bescheidenes Projekt. Unseren Bus kennt in Marburg noch keiner. Unsere Videos scheinen im großen, virtuellen Meer des World Wide Web kaum Ringe an der Wasseroberfläche zu hinterlassen, wenn sie mal auftauchen. Wir bekommen auch wenig Rückmeldungen von Fahrgästen, die wir mal mitgenommen haben. Insofern könnte man sagen, dass karacho tv ein nicht sonderlich erfolgreiches missionarisches Projekt ist.

Andererseits gibt es ja eine grundlegende Maxime jeglichen missionarischen Handelns. Und das ist: Die Leute da abzuholen, wo sie stehen, und ihnen Gutes zu tun. In dieser Hinsicht ist karacho tv sehr erfolgreich. Denn bei uns stehen die Leute an der Bushaltestelle, und dort holen wir sie auch ab. Und wir tun ihnen Gutes, indem wir sie dorthin bringen, wo sie hin möchten. Und wir tun noch ein Weiteres: Wir stellen Fragen und hören zu. Und das scheint so außergewöhnlich zu sein, dass unsere Fahrgäste sich öffnen und unheimlich persönlich von sich erzählen. Und das eben nicht über ihr Hobby, sondern über etwas, das in unserer Gesellschaft immer noch als totale Privatsache gilt, nämlich: über ihren Glauben bzw. ihren Unglauben.

Wir haben es noch nie erlebt, dass sich unsere Fahrgäste uns gegenüber verschlossen hätten. Und wenn wir dann dort angekommen sind, wo unsere Fahrgäste hinmöchten, dann hoffen wir, dass sie mit mehr Fragen, als sie sie vorher hatten, aus unserem Bus wieder aussteigen. Das ist das dritte Gute, das wir ihnen tun: Wir schenken ihnen Fragen zurück, die sie vielleicht schon für geklärt hielten, von denen sie aber jetzt merken, dass sie noch immer auf eine Antwort warten.

Auf diese Weise versuchen wir, im Leben des einzelnen und darüber hinaus kleine Ringe an der Wasseroberfläche zu hinterlassen. Und wir hoffen und beten, dass diese kleinen Ringe große Kreise ziehen und nicht nur an der Oberfläche bleiben, sondern tatsächlich auch in die Tiefe gehen.

Ein ganz großes Dankeschön geht an dieser Stelle an das Projekt Friends, bei dem ich angestellt bin, und das eine Arbeit des Christus-Treffs ist, einer offenen Gemeinde in Marburg unter dem Dach der evangelischen Landeskirche. Und namentlich an Roland Werner, dem Leiter von Friends und Christus-Treff, der uns die kreative Freiheit und die Zeit eingeräumt hat, um so etwas wie karacho tv zu entwickeln und zu verwirklichen.

Vielen Dank!

Dienstag, 22. September 2009

Guten Tag

Es waren turbulente Monate, die jetzt hinter uns liegen. Das ist auch der Grund, warum hier solange Funkstille herrschte. Quasi nebenbei haben wir vor Gericht mit den Marburger Behörden um die Integration unseres Sohnes mit Autismus in eine private Schule der Lebenshilfe gekämpft - und verloren. Jetzt sind wir in der zweiten Instanz und - wenn wir es nicht schon vorher waren - inzwischen hochgradig politisiert. Soziale Gerechtigkeit in Deutschland? Klagen auf hohem Niveau? Die sozialen Netze sind sicher? Hör auf zu labern, Mann!

Diese Geschichte werde ich aber ein anderes Mal erzählen. Hier zunächst etwas Schönes und (nicht für mich, aber für euch) Belangloses: karacho tv gewinnt einen Preis der AMD. Wir sind unter den ersten vier, genaueres wissen wir auch nicht. Aber weil wir kommenden Samstag im Foyer der Bruderhilfe Kassel uns präsentieren dürfen, habe ich mir einen Wolf ge-cuttet und ein kleines Video erstellt, das uns vorstellt. Übrigens: Solltet ihr euch noch nicht auf der NEUEN Seite von karacho tv umgeschaut haben, dann holt das noch mal nach: Bitte hier klicken.


Montag, 29. Juni 2009

What do you think?


Donnerstag, 25. Juni 2009

Mein Kommentar zum NDR-Feature

Der NDR macht (mal wieder) anti-evangelikales Programm. Schaut's euch an.

Hier ist mein dort hinterlassener Kommentar:

Sehr geehrte Autorin dieses Beitrags,

ich bin ein evangelikaler Prediger und damit einer der von Ihnen angesprochenen 'evangelikalen Missionare'. Ich habe eine Sicht auf die Wirklichkeit, an die ich glaube. Als Prediger versuche ich diese Sicht anderen eloquent und nachvollziehbar zu vermitteln. Ich glaube, dass ich mit meiner Sicht der Dinge Recht habe (das glauben recht viele Menschen von sich selbst). Deshalb freue ich mich, wenn andere meine Sicht teilen, vielleicht sogar übernehmen.

Sie, liebe Autorin, tun genau dasselbe. Bei so einem Beitrag, wie dem obigen, handelt es sich um Ihre persönliche Sicht auf die Dinge, er ist Ihre Interpretation der (vermeintlichen) Fakten. Sie haben den Anspruch an die Zuschauer, dass Sie Ihnen Ihre Sicht der Dinge abnehmen, sie Ihnen glauben. Wenn das also Mission ist, dann sind sie als Journalistin auch Missionarin. Sei's drum. Dann sind sie es eben.

Die wirkliche Frage kommt erst jetzt: Wie lauter sind Sie in Ihren Missionsversuchen? Lassen Sie Kritik an Ihrer Position zu? Verwenden sie die recherchierte Information fair und unparteiisch? Lassen sie die Gegenseite angemessen zu Wort kommen? Haben sie von Anfang an eine vorgefertigte (oder sagen wir: redaktionell vorgegebene) Meinung?

Dass letzteres der Fall ist, scheint beim Betrachten Ihres Beitrages nahe zu liegen, sind doch die Autoren des von Ihnen genannten Buches Journalistenkollegen aus der NDR-Redaktion. Könnte es sein, dass das traurige Ereignis aus dem Jemen eine (wie Sie vielleicht meinten) 'geeignete' Gelegenheit war, einen schon länger fertig gestellten Beitrag 'abzufeuern' (liegt doch die Aufregung um die Q-Rage schon ein Weilchen zurück)? Wenn das der Fall ist, bin ich darüber einigermaßen schockiert, dass sie die Nerven haben, auf eine so erschütternde Geschichte quasi 'draufzuspringen'. Das haben die Mordopfer nicht verdient.

Noch ein Wort zu den von Ihnen angesprochenen Droh- und Schmäh-Briefen bzw. Morddrohungen. Es ist nicht auszuschließen, dass sich Menschen, die sich Evangelikale nennen, zu so etwas fähig sind. Der Begriff Evangelikale vermittelt den Eindruck einer homogenen Gruppe von Menschen. Der Eindruck täuscht. Er ist ungefähr so präzise wie der Begriff 'Araber'. Manches, was sich evangelikal nennt, ist mir als Evangelikalem peinlich. Und so geht es vielen Evangelikalen. Den Beweis jedoch, dass die Morddrohungen tatsächlich von Evangelikalen stammen, ist der Bericht schuldig geblieben. (Die Nicknames in den gezeigten Internet-Kommentaren lauten 'Arminius1984' oder 'Widukind_ltd', was eher nach rechtsextremen Kreisen klingt als nach , Ihr O-Ton: "scheinbar harmlosen Gläubigen", zumindest wenn man nicht davon ausgeht, dass ein Christ sich nach dem sächsischen Fürsten Widukind benennt, der von Karl dem Großen zwangschristianisiert wurde). 'Dem' Evangelikalen 'an sich' also ohne weiteres die Fähigkeit in die Schube zu schieben, dass er für seine Überzeugungen notfalls auch mordet oder auch nur damit droht - das geht sehr (!) weit. Und wissen sie was? Ich glaube Ihnen nicht, dass sie das nicht wussten.

Über die Annahme, dass die angeblich mächtige und reiche Evangelische Allianz nur darauf wartet, politisch irgendwann das Steuer zu übernehmen, muss man nichts sagen. Es ist zu absurd. Von der Struktur jedoch erinnert diese Behauptung an anti-semitische Propaganda. Ich bin natürlich davon überzeugt, dass das nur zufällig der Fall ist.

Montag, 15. Juni 2009

Ach, du Schande!

Neulich, als ich mich mal wieder selbst googelte, kam mir dieses Bild unter. Gerade wollte ich lachen und mich über die Dummheit der Seitenbetreiber wundern, schien mir doch offensichtlich, dass das Foto nicht mich, sondern entweder Dirk Bach oder einen dicklichen 16jährigen zeigt, der gerade ein selbst erdachtes Gedicht deklamiert. Bei näherem Hinsehen jedoch verging mir das Lachen. Ich bin es tatsächlich.